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Training

Berlin Marathon – Streckeninfo

Bilder von Antton Miettinen 
Alex “AJ” Dautel ist ein echtes Lauf Ass mit einem eindrucksvollen Strava Profil. Zudem ist Alex mit dem Berlin Marathon durch so etwas wie eine Langzeit-Liebesaffaire verbunden: Diese Liebe begann bereits 1998, im Alter von gerade mal 10 Jahren, als der brasilianische Läufer Ronaldo da Costa in Berlin Geschichte schrieb. Er war der erste Mensch der die Marathon Distanz mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 20km/h absolvierte. Dieser Tag weckte den Wunsch in Alex irgendwann selbst einen Marathon zu laufen. Heute- siebzehn Jahre und mehrere absolvierte Marathons später- ist Alex wieder in Berlin am Start: diesmal als offizieller 3:30 Pacemaker um anderen Läufern ihren Traum vom Marathon PR zu ermöglichen.

Alex_portraitEr ist somit der ideale Partner um uns den Kurs etwas näher zu bringen und hat sich zusammen mit unserem Photographen Antton zur frühen Morgenstund auf den Weg gemacht um die schönsten Momente und wichtigsten Streckenabschnitte vorzustellen.

AIM_4555_startDer Start auf der Strasse des 17 Juli ist wohl am Besten als “standesgemäss” zu beschreiben: die doppelspurige Gerade hält direkt auf den goldenen Engel der Siegessäule zu und die 40.000 Teilnehmer des Marathons werden auf beiden Seiten des Monuments um den riesigen Kreisverkehr strömen. 

Nach einer ca 10km langen Runde nördlich des Starts und drei Überquerungen der Spree werden die Teilnehmer den Funkturm Alex auf ihrer rechten Seite vorbeiziehen sehen. Zu dem Zeitpunkt bewegen sich die Teilnehmer über die alte Grenze in den Osten der Stadt. Mittlerweile ist dieser Übergang fliessend und beinahe subtil. Lange gerade Prachtstrassen die beidseitig mit uniformen Gebäuden gesäumt sind erinnern an die Vergangenheit. Diese Bilder vermitteln einen letzten Rest Charm vergangener Tage und entstanden bei km 11 auf der Karl-Marx-Allee. alex platte_x2_lowres

Unmittelbar nach der vierten Überquerung der Spree biegt man ab auf die Heinrich Heine Strasse. Nach fast 14 km auf der Stecke wartet dieses eindrückliche Wandgraffiti und markiert damit das Ende des ersten Drittels des Rennens. AIM_5280_graffiti1

Nur 2.5 km später gelangt man in das momentan wohl hippste Viertel Berlins: Kreuzberg. Kaum auf der Kottbusser Strasse wartet eine ca 150m langen Steigung die es zu bewälti- gen gilt um den Landwehrkanal zu überqueren. Es folgt auf der anderen Seite dieselbe ca 150m lange Neigung. Diese kurze Entspannung ist wohl für den schnellsten Kilometer auf der Rennstrecke verantwortlich: wir haben die Daten aller Strava Mitglieder aus dem Vor- jahr analysiert und km 16 hat sich mit 4:38min als der schnellste Kilometer herausgestellt.

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Kurz vor km 17 wartet eine kleine Änderung im Vergleich zum Vorjahr auf die Läufer: Auf dem Hermannplatz wird rechts auf die Hasenheide abgebogen. Diese wird dann heuer in Fahrtrichtung – also auf der rechten Spur in Angriff genommen. Es folgt eine fast 3 km lange Gerade die lediglich von der Kirche auf dem Südstern unterbrochen wird. AIM_5244_lowres

Die unglaubliche Mischung aus alt und neu machen die York-Eisenbahnbrücken einen echten Meilenstein bei ca km 20. Mit dem Eintauchen unter den Brücken fängt automa- tisch ein neuer Stadtteil an: Willkommen in Schöneberg.

AIM_5137_york bruecken3Der Halbmarathon Punkt liegt unmittelbar vor der Kreuzung Göbenstrasse und Potsdamer Strasse. Diese eindrückliche Hausfront inclusive Haus-Unter-Durchfahrt wird den meisten Läufern als Halbzeit im Gedächtnis haften.AIM_4708_halbzeit

Zwar verführerisch- aber freilich nicht erlaubt: Wer auf der Potsdamer Strasse nicht links abbiegt und dem Kurs folgt, sondern stattdessen rechts abbiegt landet nach nur wenigen Metern wieder auf dem Rennkurs, allerdings unmittelbar vor km 37. Diese Abkürzung wird gerne von Zuschauern benutzt um das Spitzenfeld bei km 37 anzufeuern, um dann das Hauptfeld am Halbmarathon Punkt zu unterstützen.


Die Analyse der Zeiten von Strava Mitgliedern aus dem Vorjahr hat sehr konstante Kilometer Split Zeiten ergeben. Vom Halbmarathon weg laufen fast alle Läufer sehr kontinuierlich durch die folgenden 14 km.
Die einzige wirkliche Änderung ist bei km 35 und 36 zu beobachten. Die Party Zone mit einem dichten Angebot an Essen, Trinken und jeder Menge Musik treibt die meisten Läufer zu einem höheren Tempo an das sich auch noch über km 37 hält. Allerdings zeigt sich die Kehrseite dann auf km 38 und 39, die beide signifikant langsamer gelaufen werden. Das interessante daran: die Marathonis treffen also auf ihre Mauer just an dem Punkt an dem sich auch die alte Berliner Mauer findet. Wer beim Überqueren des Potsdamer Platzes aufpasst, dem werden die Überreste der alten Mauer sicher nicht entgehen, die rechter Hand prominent in Szene gesetzt sind. Dieser Punkt ist Start des 39. Kilometer Abschnitts: der langsamste und wahrscheinlich auch härteste Kilometer des Berliner Marathons der von Strava Mitgliedern in durchschnittlich 6:01min absolviert wird.

Augen zu und durch: es ist eine weitere lange Gerade über die Leipziger Strasse an deren Ende der 40. Kilometerstein wartet. Zwar ist die Ziellinie zu dem Zeitpunkt noch nicht in Sicht, aber mit etwas Fantasie ist bereits der Applaus im Zielbereich zu hören.

Ab hier sind sind es kurzweilige Kehren durch das touristische Zentrum Berlins, bevor es endgültig auf das Brandenburger Tor zugeht. Jetzt dürfen die letzten Reserven angegangen werden.

AIM_4425_zielUnd so sieht es dann von der andern Seite aus. Wer dieses Gesicht am Rennsonntag hinter der Ziellinie sieht wird es geschafft haben und seinen Marathon genau in, oder ganz knapp unter 3:30 Stunden absolviert haben.

Mit nur noch wenigen Wochen Vorbereitungszeit auf das Rennen zählt jetzt alles: nutze unsere BMW BERLIN MARATHON Race Page und finde andere Teilnehmer die sich auf den Marathon vorbereiten. Mit wenigen Klicks kann ganz einfach Kontakt hergestellt werden.

P.S. Durchaus erwähnenswert ist die Nachtschicht, die Alex während der 2 Tage unsere Shootings zusätzlich eingelegt hatte: Zwischen Samstag und Sonntag hatte er einen blinden Läufer auf dem Berlin 100mile Mauerweglauf über die letzten 60km der Strecke begleitet. Grund genug für seinen doppelten Espresso am nächsten Morgen: Zieleinlauf nach Mitternacht, Eisbad um kurz vor 2 in der Früh, Bettruhe dann nach 2:30. Es soll sich aber alles gelohnt haben. Danke Alex!